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Das Ich




Ich esse Erde.













Dass man das Erwachsenwerden nicht als eine mit der Volljährigkeit abgeschlossene Phase, sondern als lebenslangen Prozess verstehen kann und sollte, machte mir die Wiederaufarbeitung eines mehrere Jahre alten Textes bewusst. Dabei ist der Begriff -Ich- nicht an das eigene, Selbst-bewusste gebunden, sondern bildet eine Leerstelle für Assoziationen, Begriffe und Symbole, die sich individuell völlig unterschiedlich manifestieren.

Die bekannten, archetypischen Textbausteine aus der Märchenwelt stehen hier synonym für die Ankerpunkte der eigenen Kindheit, die nicht als ein Stadium innerhalb eines Lebenszyklus verstanden werden will, sondern als Ausgangspunkt für den Wandel in das Er-wachsen hinein. Der Tod des Wolfs ist sowohl Ende und Abschied des kindlich Träumerischen, mit dem sowohl Ängste und Zweifel einhergehen, als auch der Beginn einer Metamorphose - hin zu einer anderen, statischeren Form des Seins.














Ich gehe
Ich atme
Ich setze mich wieder.
Er ist noch da.
Ich sehe den Wald.





Mir ist kalt.






















Ich werfe meine Schuhe weg.
Mir ist nicht mehr kalt.
Ich finde das Haus nicht mehr.
Ich schlafe ein.
Ich träume nicht.
Ich grabe in der Erde.
Er atmet.

Mir ist kalt.















                       
                            Ich schlafe nicht mehr.
                            Ich werfe meinen Manel weg.
                            Mir ist nicht mehr kalt.
                            Ich male mir Bäume auf die Haut.
                            Es schneit.
                            Sein Puls wird langsamer.

                            Mir ist kalt.


























Ich beginne zu vergessen,
Ich ritze mit den Fingern
meinen Namen in die Rinde.
Ich erinnere mich
an die Hände meiner Großmutter.
Mir ist nicht mehr kalt.
Ich kleide mich in Zweige.
Ich atme.
Er liegt im Sterben.
Die Gesichter verblassen.









































Mir ist kalt.
































Ich höre die Bäume stehen.
Ich gehe weiter.
Ich lese Namen in der Rinde.
Sie winden sich um meine Hände.
Sein Atem wird schwächer.
Mein Herz schlägt.

Mir ist kalt.










Ich gehe weiter. Mir ist nicht mehr kalt. Ich lege die Äste ab.
Sie bleiben. Ich sehe aufgemalte Bäume. Der Wolf ist tot.

Es schneit.

Mir ist kalt.






                  
               














Ich bleibe. Mein Herz schlägt nicht mehr.
Ich bleibe. Die Schritte fallen mir schwer.
Ich bleibe. Ich bin Krone und Wurzeln.
Ich bleibe. Ich bleibe.


 Ich bleibe.


 Mir ist nicht mehr kalt









Ich bleibe...